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11.03.1977 45 Jahre „T.Rex – Dandy in the Underworld“ / † 16.09.1977 Marc Bolan

Wo großer Ruhm, da auch oft große Tragik. Vor 45 Jahren veröffentlichen die Glam-Rock-Gründerväter T.Rex ihren Schwanengesang Dandy In The Underworld. Wenige Monate später ist ihr flamboyanter Anführer Marc Bolan tot.

In den frühen Siebzigern schwingen sich T.Rex zu Superstars auf, wie sie es in Großbritannien seit den Beatles nicht mehr gegeben hat. Zwischen 1970 und 1973 holen sie allein in ihrer englischen Heimat mit vier Singles die Spitzenposition der Charts und leisten dem pompösen Genre Glam Rock fast im Alleingang Geburtshilfe.

Alles dreht sich um die Persona Marc Bolan, exzentrischer Dandy, flamboyanter Rockstar, grenzgängerisches Idol einer neuen Zeit. Der entscheidet nach einigen moderaten Erfolgen in den Sechzigern, den Bandnamen Tyrannosaurus Rex auf T.Rex zu verkürzen, kleidet sich fortan in schimmernde Stoffe, Satin und Hüte und überträgt diesen neuen Klamottenstil auch auf seine Musik. Die wird ausschweifender, dekadenter und theatralischer, die Texte surrealistisch und seine Bühnenshow sinnlich bis exzentrisch. Bolan, der Zeitreisende Rockstar aus viktorianischer Zeit.

Mitte der Siebziger verlieren sich T.Rex in ihrem glamourösen Sound. Soul, Funk, Blues und Disco werden halbgar in den Sound eingestreut, die Alben wirken inkonsistent und wenig durchdacht. Die hohen Steuerraten zwingen Bolan zur Flucht aus Großbritannien. Er teilt seine Zeit auf die USA und Monaco auf, beginnt eine Affäre mit seiner Keyboarderin Gloria Jones und verfällt dort einen zügellosen Lebensstil. Bolan, lange Zeit Vegetarier, verputzt unzählige Hamburger und spült sie mir literweise Alkohol runter. Das Resultat: Er legt ordentlich an Gewicht zu und wird zum Spott der Presse.

Nach und nach verlassen ihn seine Bandkollegen und Marc Bolan zieht die Notbremse. Er treibt Sport, nimmt ab und verwandelt sich wieder in den Glam-Elfen der frühen Siebziger. Zwischen Mai und August 1976 nimmt er in London und Los Angeles das zwölfte Album Dandy In The Underworld auf, das seine Rückkehr zu alter Stärke werden soll. Bolan wirft den allzu künstlichen Soul über Bord und besinnt sich auf die dramatischen, wallenden, sinnlichen Rocksongs, mit denen er in den frühen Siebziger auch seinen Freund David Bowie nachhaltig beeinflusst und lange in freundschaftlicher Rivalität zu ihm steht.

Vor 45 Jahren – al 11. März 1977 – erscheint das Album, das von der Presse begeistert aufgenommen und von einer Tour mit The Damned flankiert wird. T.Rex, da ist sich Musikengland einig, sind wieder da, wo sie hingehören: Auf dem Olymp des Glam Rock. Präsentiert wird das Album im legendären Punk-Schuppen Roxy in Londons Covent Garden – und enthält einige der besten Songs seit 1973: Der triumphale Auftakt Dandy In The Underworld mit seinem berüchtigten Text über die cocaine nights, der kosmische Pop auf Crimson Moon, das leiernde, monumentale Pain And Love oder das übermächtige Jason B. Sad mit seiner herrlichen Referenz an Johnny B Goode.

Marc Bolan ist rehabilitiert. Er denkt sogar darüber nach, seine alte Band zusammenzutrommeln. Doch dazu kommt es nicht. Bolan – der aus Angst vor einem tödlichen Unfall nie seinen Führerschein machte – fährt am 16. September 1977 mit Gloria Jones in einem Mini über eine Brücke. Jones verliert die Kontrolle über den Wagen, kracht erst gegen einen Pfeiler und dann gegen einen Baum. Bolan ist sofort tot.

Wenige Tage später wäre der Erfinder des Glam Rock, das Vorbild von David Bowie, Johnny Marr, Joy Division und unzähligen anderen, 30 Jahre alt geworden. Er hinterlässt ein überlebensgroßes Erbe, aufgebaut in wenigen Jahren, fast durch Eigenverschulden demontiert und letztlich als Held von dieser Welt gegangen.

(Quelle: udiscover-music.de)

4. Februar 1977 – 45 Jahre „Fleetwood Mac – Rumours“

Rumours ist das elfte Studioalbum der Rockband Fleetwood Mac aus dem Jahr 1977. Es gehört mit 40 Millionen verkauften Exemplaren zu den weltweit erfolgreichsten Alben. Im Dezember 1976, noch vor der Veröffentlichung des Albums, wurde die Single Go Your Own Way ausgekoppelt.

In den zwei Jahren seit dem Erscheinen des letzten Albums waren die Verhältnisse innerhalb der Band schwierig geworden. Mick Fleetwood trennte sich von seiner Frau Jenny. Lindsey Buckingham und Stevie Nicks, die eine Beziehung hatten, als sie der Gruppe beitraten, trennten sich ebenfalls, genauso wie John und Christine McVie, obwohl alle fünf in der Band blieben. Das bedeutete, wie Stevie Nicks später darlegte, dass Leute, die normalerweise keine Rolle im Leben der Anderen spielten, viele Stunden und schwere Zeiten zusammen erlebten. Christine McVie merkte später an, dass sie jeweils gegenseitig über sich schrieben, daher auch der Titel des Albums.

Nicks hielt das von Buckingham geschriebene Stück Go Your Own Way für eine düstere Anspielung auf die vorauszusehende Trennung dieser Besetzung, und sie und Buckingham diskutierten darüber. Dreams war ihr Versuch, optimistischer zu sein. You Make Loving Fun bezog sich auf eine Affäre zwischen Christine McVie und dem leitenden Beleuchter der Gruppe. Gold Dust Woman war eine Anspielung auf Kokain. Don’t Stop wurde von Christine McVie nach ihrer Scheidung geschrieben und gewährte eine optimistische Aussicht auf ihre frisch getrennten Leben. Songbird wurde von Christine McVie als „eine kleine Hymne“ beschrieben, die „für uns alle bestimmt ist“. The Chain war eine Besonderheit. Der letzte Teil, etwa die letzten eineinviertel Minuten, wurde zuerst geschrieben, ohne dass es einen Titel gab. Stevie Nicks hatte diesen Teil allein geschrieben und gab ihn den Anderen, wie sie sagte. Daraufhin hatte Lindsey Buckingham eine Idee für den Beginn, und der erste Teil wurde aufgenommen.[1]

Auf dem Cover des Albums, das mit einem fein gestalteten Muster geprägt ist, sind Stevie Nicks und Mick Fleetwood in schwarz/weiß als tanzendes Paar dargestellt. An Fleetwoods Hosenbund sind zweideutig Klick-Klack-Kugeln befestigt. Auf der Rückseite sowie einem beigelegten Blatt sind einige Fotografien der Band abgebildet, auf dem auch die Songtexte abgedruckt sind.

1978 gewann Rumours einen Grammy für das Album des Jahres 1977 und hielt sich 31 Wochen an der Spitze der Billboard Music Charts. Bis 2003 hatte sich das Album allein in den USA mehr als 19 Millionen Mal verkauft und wurde von der RIAA als „drittmeist verkauftes Album aller Zeiten bestehend aus einer Disc“ ausgezeichnet.

In den 1990er Jahren wurde der Titel Songbird von Eva Cassidy, einer amerikanischen Sängerin, die in Großbritannien recht populär ist, gecovert. Ihre Version wurde dort sehr bekannt. 2006 wählten die Leser der Zeitschrift Q Rumours auf Platz 68 der „größten Alben aller Zeiten“; 2001 war es auf Platz 16 des Fernsehsenders VH1. 2003 war das Album auf Platz 25 der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten der Zeitschrift Rolling Stone.