Am 5.8.1969 veröffentlichen Creedence Clearwater Revival „Green River“

Mit Green River veröffentlichen Creedence Clearwater Revival am 5. August 1969 das zweite von drei Alben innerhalb weniger Monate. Es enthält Bad Moon Rising, einen ihrer größten Hits und bleibt für die Bandmitglieder bis heute der Höhepunkt ihres erfolgreichsten Jahres.

Eröffnet hatten Creedence Clearwater Revival ihr Jahr bereits im Januar mit Bayou Country, dessen Hit Proud Mary in Amerika gar Platz zwei der Billboard-Charts erreicht. Der Erfolg des Albums und der Single inspiriert den Sänger und Gitarrist John Fogerty, seine Songs noch persönlicher zu gestalten.

Bevor die Band um John Fogerty mit dessen Bruder Tom an der Rhythmusgitarre, Stu Cook am Bass und Doug Clifford an den Trommeln erneut das Studio betritt, treibt sich das Quartett noch in San Franciscos Clubszene herum, um die Stimmung zu verinnerlichen. Was sie dort von heimischen Acid-Rockern mitbekommen, enttäuscht sie maßlos: Die Musiker stehen teils so stark unter Drogen- und Alkoholeinfluss, dass sie die Töne nicht halten können, geschweige denn ihre Instrumente bedienen.

Clifford erinnert sich gegenüber dem Goldmine Magazine: „Wir machten einen Pakt auf dem Boden des Fillmore, dass wir weder Drogen noch Alkohol anrühren würden. Wir fällten die Entscheidung, uns entweder an der Musik zu berauschen oder das Business zu verlassen.“ Fogerty empfindet zudem die in der LSD-Szene üblichen überlangen Gitarrensoli als anstrengend: „Für meinen Geschmack sollte Musik etwas schneller auf den Punkt kommen.“

Also tun Creedence, was sonst kaum jemand macht: Sie üben wie die Irren. Als sie ins Studio kommen, sitzt jeder Ton. Laut Frontmann Fogerty nehmen sie an einem Tag Masterspuren für fünf ganze Songs auf, freilich ohne Gesang. Für die Kalifornier stellt die Tonaufnahme ein Handwerk dar, das beherrscht werden will, und Tontechniker sprechen danach in den höchsten Tönen von ihnen. Die Kosten für die ersten drei Alben der Band bleiben damit angeblich je unter 2.000 Dollar, was die Plattenfirma Fantasy Records gefreut haben dürfte.

Diesen Anspruch an die Form spiegeln auch Fogertys Texte auf Green River wider, das schließlich am 5. August 1969 erscheint. Das Album enthält neben dem erfolgreichen Bad Moon Rising und dem Titelstück auch Klassiker wie Lodi oder Wrote A Song For Everyone. Das legendäre Bad Moon Rising schreibt der in Berkeley aufgewachsene Musiker, nachdem er den Film The Devil And Daniel Webster von 1941 sieht und von der fatalistischen Handlung inspiriert wird. Dass die Melodie eher fröhlich klingt und einen harten Bruch zum Inhalt, dem Ende aller Tage, darstellt, fällt ihm erst während der Aufnahmen auf.

Persönlicher wird es hingegen bei Liedern wie Lodi, das einen abgehalfterten Musiker beschreibt, wie er eines Abends nicht mehr aus dem gleichnamigen Städtchen in Kalifornien wegkommt, oder Green River, der einen Urlaubsort und das dortige Lieblingsgetränk Fogertys aufgreift. Regelrecht intim kommt allerdings Wrote A Song For Everyone daher, den er nach einem Streit mit seiner Frau schreibt. Fogerty sei zu abwesend im Leben seiner Kinder, wirft sie ihm vor. Der Bruch zwischen dem öffentlichen und privaten Mann wird deutlich: „Wrote a song for everyone, and I couldn’t even talk to you.“

Der Frontmann beschreibt auch heute noch Green River als sein Lieblingsalbum. Die persönliche Note jedenfalls zahlt sich aus, die Platte klettert nach Veröffentlichung am 5. August 1969 auf Platz eins der amerikanischen Billboard Charts, in Großbritannien schafft sie es immerhin auf die 20.

Die Singles Bad Moon Rising und Green River erreichen in den USA beide den zweiten Rang der Hitparade, im UK schafft erstere sogar den Sprung auf die Spitzenposition. Kritiker und Fans zeigen sich gleichermaßen begeistert, teils ob des knackigen, handwerklich einwandfreien Sounds, teils ob der Texte mit hohem Identifikationspotenzial.

Viele Amerikaner, die zu diesem Zeitpunkt in Vietnam stationiert sind, zitieren Green River nach der Heimkehr als willkommene Abwechslung im Kriegsalltag. Bad Moon Rising mutiert mehr und mehr zur Anti-Kriegs-Hymne, dabei veröffentlichen Creedence mit Fortunate Son eigentlich erst später im Jahr einen offen politischen Song.

Quelle: uDiscover-music